HAAILAND

Da es meist zu schwierig und teuer ist, mit den aktuell 140 (!) Kindern im Chiguru einen Ausflug zu planen und durchzuführen, ist unser Projekt meist das einzige, wo fast nie große Outings stattfinden. Umso froher waren Magda und ich, als wir durch große Unterstützung des Vereins Welt.Ein.Laden aus Laa und Verwandten von Magda die Gelegenheit hatten, ein großes Picknik in Haailand, einem Vergnügungspark in der Nähe, zu sponsern. Schon als wir dem Father davon erzählten, war dieser Feuer und Flamme und bedankte sich. Auch alle anderen Mitarbeiter standen uns tatkräftig zur Unterstützung, da das Organisieren für uns ohne Telugu relativ schwierig gewesen wäre. Nach (nur) ein paar Wochen Verzögerung war es schließlich letzten Freitag soweit und wir starteten mit 2 Bussen, vollgefüllt mit vorfreudigen Kindern, auf nach Haailand.

Gleich beim Hineingehen konnte man sehen, wieso die Tickets für Indien verhältnismäßig teuer waren: Springbrunnen, Blumen, Sträucher, sogar ein kleiner Zoo mit Emus und Straußen und riesige Häuser. Anfangs wurden die Kinder vom einem Jongleur und einer Gruppe von Tänzern begrüßt, die zu fetzigen Telugu-Liedern ihre Moves zum Besten gaben.

Und danach ging es auch schon auf in den Funpark. Als erstes stand die Schiffsschaukel am Programm, die trotz anfänglicher Angst von fast allen ausprobiert wurde. Bis auf ein paar Ausnahmen (eine Kleine, die bei jedem Mal raufschaukeln kurz in Ohnmacht fiel und dann wieder aufwachte und lachte :D), genossen alle die Fahrt. Danach stand der Bimmelzug am Programm, gefolgt von einem Karussell mit ‘Pferden’ und allem was dazugehört. Sogar die eigentlich am wenigsten lustige Sister, ließ sich dazu überreden, eines der Pferdchen zu reiten! Nach einer Runde Kettenkarussell das trotz fehlender Sicherungen auch alle überlebten war es dann auch schon Zeit fürs Mittagessen.

Unter einem riesigen Stoffzelt gab es dann für uns alle ein im Vergleich zu sonst, ziemlich luxuriöses Buffet bei dem sich die Kinder mit Biryany, Potato-Paneer Curry, Sweets, Chutney, Curd, etc. bedienen konnten.

Gestärkt und ausgeruht ging es dann auch schon auf zur Station, auf die sich alle am meisten gefreut hatten: der Wasserpark. Nach dem Dresschange in ziemlich ziemlich schirche Swimmingdresses fand man auch schon alle Kinder plantschend, über das ganze Gesicht strahlend und uns Wasser ins Gesicht spritzend im Pool wieder! Sowohl die Großen, die sich hauptsächlich mit den Rutschen beschäftigten, als auch die Kleinen, denen es nicht zu langweilig wurde, uns immer wieder zu zeigen, dass sie im Wasser umfallen konnten, ohne sich wehzutun, genossen die Abkühlung von den unangenehmen Außentemperaturen. Es war etwas besonderes für sie, baden gehen zu können, da sie normalerweise, bis auf die täglichen Duschen, keine Chance auf Abkühlungen haben.
Während die kleineren Mädels und Burschen sich noch weiter mit Umfallen und Tauchen beschäftigten, machten sich die Größeren auf den Weg zum nächsten Pool, wo es nun sogar die Möglichkeit gab, längere und höhere Rutschen mit Reifen zu ‘berutschen’! Auch eine ziemlich steile Highspeedrutsche war dabei, auf der waren Magda und ich aber fast alleine.
Es war so schön, die Kinder alle so ausgelassen zu sehen, da sie sonst meist eh zu Disziplin verdonnert wurden. Vorallem freute es mich, dass auch die Sisters, Caremothers und sogar Father Jose in Schwimmgewand wechselten und mit den Kindern plantschten.

Das meiner Meinung nach Coolste an dem ganzen Tag kam aber erst danach: der Rain-Dance! Darunter kann man sich so vielleicht nicht richtig viel vorstellen, aber es ist schnell erklärt: eine große Fläche, die von oben ‘beregnet’ wird, dazu wird richtig laute Telugu Musik (mit ein paar Ausnahmen, wie z.B. Gangnam Style) gespielt und dazu wird dann im Regen getanzt. Was in Österreich bei den meisten wahrscheinlich nicht so gut angkommen würde, ist in Indien der größte Hit, vorallem wenn man mit 140 Kindern unterwegs ist, die alle super und liebend gerne tanzen. Es war ein reines Hüpfen, Shaken und Herumwirbeln und eines meiner Lieblingserlebnisse bis jetzt!

Nach einer Trinkpause war es dann noch Zeit fürs Wellenbecken, wo das Lustigste war, die Kleinen am Beckenrand zu beobachten wie sie von den Wellen jedes Mal umgeschmissen wurden, aber sofort wieder zurückrannten, um es noch einmal zu machen. 🙂 Danach nochmal zurück ins Rutschenpool und anschließend in die Umkleidekabinen. Als alle Schuluniformen wieder angezogen und die Zöpfe geflochten waren, gab es noch Snacks für alle und dann ging es zurück in den Bus und auf ins Chiguru. So wie die meisten Kinder schliefen wir schon im Bus am Weg zurück ein. In der Flat angekommen fielen wir totmüde aber sehr sehr happy und zufrieden ins Bett und wachten erst ca. 12 Stunden später wieder auf.

Die Kinder bedankten sich jeder mindestens 10 Mal, sie waren wirklich froh, diesen Ausflug gemacht haben zu dürfen. Auf diesem Weg möchte ich auch nochmal ein RIESEN RIESEN DANKESCHÖN an den Verein Welt.Ein.Laden aussprechen, ohne dessen Unterstützung das niemals möglich gewesen wäre. Zwar könnte man meinen, dass man das Geld statt in einen Ausflug vielleicht sinnvoller inverstieren hätte können, doch nach diesem Tag weiß ich, dass es absolut die richtige Entscheidung war! So viele strahlende Gesichter wie da habe ich schon lange nicht mehr gesehen und werde ich auch lange nicht vergessen!


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Klara Verfasst von:

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