KERALA

Anfang Feburar war es endlich Zeit für Besuch aus der Heimat. Papa, Rosa und Christoph nahmen den weiten Weg auf sich und kamen schwitzend und müde aber happy mit nur einer (!) Stunde Verspätung (für indische Verhältnisse fast pünktlich) in Vijayawada am Flughafen an und wurden von Sarah, die noch übers Wochenende blieb, und mir freudig in Empfang genommen. Schon am Weg in die Flat mussten sie für das erste Selfie posieren, da der Taxifahrer gar nicht fassen konnte, gleich FÜNF Weiße in seinem Taxi zu haben.

Am nächsten Tag stand dann der Besuch im Chiguru am Programm, wo sie feststellten, dass 120 Kinder, die alle ihre Hände schütteln und den Namen wissen wollen, auch für 2 Stunden schon ziemlich anstrengend sein können. Nach einer Flatparty am Samstag Abend ging es dann am Sonntag auch schon wieder zum Flughafen und auf nach Kerala in den Urlaub!


Bildergebnis für kerala india mapKerala (übersetzt: Land der Kokospalmen) ist ein kleiner Bundesstaat im südwestlichen Indien und eines der am dichtest besiedelten Gebiete Indiens. Außerdem ist es ein sehr beliebt und bekannter Urlaubsort für Touristen aus aller Welt. Unsere Reise begann in der Hauptstadt Keralas, Thiruvananthapuram. Da wir erst am Abend ankamen, blieben wir die erste Nacht dort, nach einem Sightseeingversuch am nächsten Vormittag, bei dem wir aber schnell feststellten mussten, dass die Stadt nicht sehr viel zu sehen hatte, machten wir uns schon am Nachmittag mit dem Zug weiter auf den Weg nach Varkala.


VARKALA

Varkala, eine kleine Stadt ca. 50 km nördlich von Thiruvananthapuram, ist in den letzten Jahren immer mehr zum Touristenort geworden und ist besonders unter Backpackern sehr beliebt. Die Stadt selbst ist nur für ihren sehr alten Vishnu-Tempel bekannt, der eine wichtige Pilgerstätte für viele Hindus ist. Für Touristen ist eher Varkala Beach interessant, eine “Straße” an der Klippe entlang, an welcher sich Shops, Hotels und Restaurants kilometerlang abwechseln. Gemeinsam mit den langen Sandstränden, auf denen man sogar im Bikini baden konnte, natürlich ein idealer Platz zum Urlauben!
Wir verbrachten 3 Nächte in einem Backpackers “Resort”, das aus vielen kleinen Hütten bestand. Für mich waren diese 3 Tage super, um richtig entspannen zu können und in Urlaubsstimmung zu kommen und die anderen genossen hauptsächlich die Wärme und Sonnenstrahlen, wo dann natürlich auch der erste Sonnenbrand nicht lange auf sich warten ließ 🙂 Nach drei Tagen Sonnenbaden, viel gutem Essen, vorallem frischem Seafood, und noch viel mehr Shopping machten wir uns dann weiter auf den Weg nach Kollam.


KOLLAM & MUNROE ISLANDS

Das eine Stunde von Varkala entfernte Kollam war nur ein Zwischenstop unseres Trips. Dort trafen wir nämlich den Verantwortlichen für eine der vielen Touren durch die Backwaters von Kerala. Die Backwaters, eines der bekanntesten Dinge in Kerala, sind ein verzweigtes Wasserstraßennetz, dass sich von Kollam bis hinauf nach Kochi erstreckt. Bestehend aus Lagunen, Seen und Flüssen mit einer Gesamtlänge von bis zu 1500 Kilometer, sind sie mit Fähren ein wichtiger Transportweg und die Touristenattraktion schlechthin. Von Tagestouren bishin zu Wochentouren auf den berühmten Hausbooten, wird hier alles angeboten. Wir entschieden uns für eine Halbtagestour in den Backwaters der Munroe Islands, einer “Inselgruppe” in den Backwaters. Mit einem Taxi wurden wir auf die Insel gebracht und trafen dort unseren Guide, der uns auf seinem Boot in Empfang nahm. Dann ging es im entspannend, langsamen Tempo, da wir uns nur durch das Abstoßen vom Grund mit einem langen Bambusstock fortbewegten, hinein in die Backwaters. Obwohl unser Guide (leider habe ich den Namen vergessen) nur ziemlich wenig Englisch konnte, war er trotzdem freundlich und bemüht, uns viele Sachen zu erklären und zu zeigen. Doch so viel Erklärung war gar nicht notwendig, denn wir waren alle fasziniert von all dem was um uns herum war. Überall Palmen, verzweigte Kanäle und überall aber trotzdem Menschen, die sich Häuser und Hütten gebaut hatten, gerade beim Wäsche waschen, Feuer machen, kochen, usw. Nebenbei konnte man Reisfelder und riesige Netze entdecken, in denen Hummer und Krabben gefangen wurden und bis auf ein paar Vögel und das plätschernde Wasser war alles ruhig!
Zusätzlich zu der wunderschönen Gegend konnten wir durch unseren Guide noch viele andere Dinge entdecken, die uns sonst wahrscheinlich nicht einmal aufgefallen wären: eine rote Ananas, einen Curry-Strauch, einen Pfefferbaum, Frauen beim Seile aus Kokosfasern machen,…
Um die Mittagszeit wurden wir dann im Haus eines Freundes bekocht, und bekamen Reis mit verschiedensten Currys auf einem Bananenblatt serviert. Danach ging es wieder zurück ins Boot und durch die Backwaters zum Treffpunkt, wo unser Taxifahrer schon wieder auf uns wartete.

Von Kollam nahmen wir am Nachmittag dann den Zug nach Kochi, was ca. 3 Stunden dauerte. Nachdem wir erst ziemlich spät ankamen und dann unser Quartier suchen mussten, verbrachten wir den Abend nur mehr mit Essen suchen, da wir alle mega hungrig und dadurch ein bisschen unentspannt waren. Nach dem Essen hieß es dann ab ins Bett, da wir am nächsten Tag schon um 6:30 im Bus nach Munnar saßen.


MUNNAR

Eines meiner persönlichen Highlights des Urlaubs ist und bleibt, trotz Liebe zum Strand und Meer, Munnar. Ca. 100 km entfernt von Kochi in den Westghats liegt der eigentlich kleine Ort in den Hügeln zwischen Teeplantagen und ist aufgrund der komplett unterschiedlichen Landschaft wiederum sehr beliebt bei Touristen.
Auch wenn Rosas Magen die 5 -stündige, ziemlich rasante Busfahrt nicht so toll fand, war sie danach überzeugt, dass es sich trotzdem gelohnt hatte. Denn die Landschaft war der unglaublich schön! Wir buchten eine 4 stündige Jeep-Tour, durch die wir viel von der Landschaft sahen, außerdem einen Stausee, einen botanischen Garten, diverse Fotopunkte, einen Elefanten, viele Affen (was für unseren Affen-Fan Rosa der Himmel auf Erden war) und sogar durch die Teeplantagen spazieren konnten.

Da es durch die höhere Lage Munnars in der Nacht deutlich kühler als an der Küste war, waren wir nach einer ziemlich kalten Nacht sogar froh, wie die Sonne am nächsten Tag wieder aufging. Wir beschlossen, die Gegend auf eigene Faust zu erkunden und borgten uns Motorräder und einen Scooty aus und machten uns in die entgegengesetzte Richtung vom Vortag auf. Mit Google-Maps Hilfe waren wir nach ein paar Versuchen dann auch am richtigen Weg und verbrachten den Vormittag auf Straßen zwischen Teeplantagen und Gewürzfeldern. Nachmittags ging es dann mit dem Bus zurück nach Kochi, diesmal waren unsere Mägen auch einigermaßen ruhig.


KOCHI

Da sich Rosa und Papa schon am Sonntag wieder auf den Weg zurück nach Österreich machten, war an diesem Abend noch Barbeque-Buffet angesagt. Am nächsten Vormittag, als die letzten Souvenirs eingekauft waren, machten wir mit einem Rikscha Fahrer noch eine Tour durch Kochi, eine große und wichtige Hafenstadt Indiens, die vor allem durch die vielen Kirchen und anderen Bauwerke mit portugisischem Einfluss bekannt sind. Wir besichtigten Tempel, Kirchen, ein Museum und eine Shopping Street, in der ich dann doch noch einen Saree kaufen musste, obwohl ich mich bis dahin wirklich zurückgehalten hatte. 🙂
Nach einem letzten guten Seafood-Mittagessen, war es dann an der Zeit zum Abschied nehmen und für Rosa und Papa ging es mit dem Bus zum Flughafen zurück in die kalte Heimat.

Da wir noch keine weiteren Reisepläne hatten und erst in 4 Tagen wieder zurück nach Vijayawada mussten, beschlossen wir, einfach die nächste Fähre zu nehmen und von dort aus irgendwohin weiter zu fahren, was uns schlussendlich nach Cherai Beach brachte.


CHERAI BEACH

Cherai Beach, nur 25 km von Kochi entfernt, liegt auf der Insel Vypeen und ist ein Geheimtipp unter vielen Touristen, die außerhalb der Großstadt noch etwas Zeit zum Entspannen brauchen. Für uns also genau das richtige – dachten wir. Denn als wir am Abend ankamen, unser eigentlich billiges, aber schönes Zimmer mit Meerblick bezogen hatten und den Sonnenuntergang am Strand genießen wollten, wurden wir davon überrascht, dass die Straße und der gesamte Strand voller Inder waren. Obwohl das zwar normalerweise für mich nichts ungewöhnliches war, überraschte es mich in dem Moment ziemlich, da die letzen Wochen nicht wirklich Indien, sondern mehr ein beliebiger Urlaubsort waren und mich dieses Erlebnis relativ schnell wieder in die Realität zurück holte.

Daher beschlossen wir am nächsten Tag, noch weiter nördlich, weg vom Dorf zu fahren und fanden eine ruhige, kleine Unterkunft, wo wir den Strand quasi für uns alleine hatten. Wir genossen den Tag in der Sonne und im Meer, und blieben bis zum nächsten Vormittag, wo wir dann noch eine Nacht in einem anderen Resort blieben. Mittwochs borgten wir uns noch ein letztes Mal Motorroller aus und erkundeten die restliche Insel und dann ging es auch schon wieder zurück nach Kochi. Früh am nächsten Morgen nahmen wir den Bus zum Flughafen und erreichten nach einem Zwischenstop am Nachmittag Vijayawada. Und dann musste ich auch von Christoph Abschied nehmen und war wieder mit meiner indischen Family alleine.

Auch wenn ich es davor nicht so stark bemerkt hatte, merkte ich in diesem Urlaub, wie sehr mir meine Familie gefehlt hatte und der Abschied war wieder schwer. Doch ich bin sehr froh, dass ich die Chance bekommen habe, sie in diesem Jahr dazwischen zu sehen und auch, dass sie die Gelegenheit hatten, mein Projekt, die Flat und generell Indien zu erleben, und mich und meine Geschichten dadurch auch in Zukunft ein bisschen besser verstehen zu können!

Klara Verfasst von:

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.