SUMMERCAMP

Von 25. April bis 31. Mai hieß es für alle indischen Schulkinder und Collegestudenten SOMMERFERIEN!! Auch für unsere Kinder im Chiguru war es Zeit, ihre Sachen zu packen und nach Hause zu fahren. Für alle denen eine Heimreise wegen veschiendensten Gründen nicht mögich war, wurde ein Summercamp im Chiguru geplant und durchgeführt.

Für insgesamt 86 Kinder von 6 bis 20 Jahren, von Chiguru- bis Collegeboys und Girls, wurde schon wochenlang im Vorraus ein Plan geschmiedet um diese 5 Wochen abwechslungsreich und interessant zu gestalten. Während unsere deutsche Mitvolontärin Rebecca die ganze Zeit im Einsatz war, machten Magda und ich mitten drin eine zweiwöchige Urlaubspause und waren somit ‘nur’ 3 Wochen mit dabei.
Ein normaler Tagesablauf für die Kinder sah im Grunde so aus:

  • 6:00 – Aufstehen und Yoga: Wir Volunteers waren für das morgentliche Yoga verantwortlich, doch diese Aufgabe war noch anstrengender als der Morgensport an sich. Denn nachdem wir es mühsamst geschafft hatten, uns zum Aufstehen zu motivieren, mussten wir dann auch noch die Mädels dazu bringen sich in die Senkrechte zu bewegen, was uns manchmal vor eine unlösbare Challenge stellte. Denn selbst wenn wir es geschafft hatten, die meisten aus den Betten zu bekommen, konnten wir sicher sein, dass die meisten vor dem Haus wähend dem Warten auf die anderen schon wieder eingeschlafen waren. Wenn dann die meisten wach und bereit waren, mussten wir sie nur noch dazu motivieren, auch unsere Übungen mitzumachen. Für die maximal 40%, die wach waren und dann auch wirklich mitgemacht hatten, war diese erste halbe Stunde in der Früh durchaus anstrengend, ansonsten eher nur für uns.
  • 6:30 – 8:00: Duties und Washing: Danach war es Zeit für die täglichen ‘Pflichten’, also Kehren, Gießen, Putzen, etc., sowohl wie das Waschen.
  • 8:00: Frühstück
  • 9:00: Assembly
  • 9:00 – 13:00: Programm: Nach dem täglichen Assembly, bei dem die Bundes- sowie Nationalhymne gesungen werden, ein Prayer gesagt wird und Neuigkeiten verkündet werden, ging es ab zum Vormittagsprogramm. Jeweils drei Tage lang wurden verschiedenste Workshops angeboten. Angefangen beim Basteln von Schmuck und Blumen, über Lifeskills, Motivationsübungen, Selbstentwicklung, Kunsttherapie, Persönlichkeitsbildung, Positives Denken, Gruppendynamik,…
  • 13:00: Mittagessen
  • 14:30: Dance classes: Extra für das Summercamp wurden zwei Tanzlehrer eingeladen, die die meisten Tage mit den Kindern verschiedenste Tänze einstudierten, die dann bei den diversen abendlichen Programmen aufgeführt wurden.
  • 16:00: Gamestime
  • 17:30: Washing
  • 18:00: Vorbereitung für das Abendprogramm
  • 19:30: Abendessen
  • 20:00: Abendprogramm: An den meisten Tagen hieß Abendprogramm Filmschauen, doch wurden in diesen fünf Wochen auch verschiedenste Competitions wie z.B. ein Tanzwettbewerb, eine Quizshow, eine Fancy-Dress-Competition, und eine Theaterchallenge veranstaltet. Außerdem gab es zwei Mal ein großes Lagerfeuer, bei dem Tänze aufgeführt, Spiele gespielt und Steckerlbrot gemacht wurde.
    Während die Kinder meistens erst gegen halb 11 ins Bett kamen, waren wir, wenn nicht Spezialprogramm war, meistens schon um 9 im Bett und ziemlich erledigt.

Unsere Hauptaufgabe neben dem Yoga und der Gamestime war es, von 9 bis 13 Uhr die ca. 25 ganz kleinen Kinder von 5-9 Jahren zu unterhalten, für die das geplante Programm noch nicht geeignet war. Leider erfuhren wir das erst am zweiten Tag des Camps, weswegen wir die erste Woche lang eher improvisieren mussten, als ein gut durchplantes Programm bieten zu können. Nach einiger Zeit hatten wir dann schon einen gewohnten Ablauf. Von 9 bis 10 durften die Kinder frei spielen, meist bauten wir die Slackline auf, brachen Bälle und Springschnüre und tobten mit den Kindern. Danach versuchten wir unser Glück mit Gruppen- und Kreisspielen, sowie Actionsongs was meist nur mäßig gut funktonierte. Nach einer kurzen Pause um 11 war es dann Zeit fürs Basteln. Wir bemalten Stoffe und nähten Schwanzbälle, bastelten Riesenplakate, Stockmännchen und Steinfamilien, machten Sackhüpfrennen und gatschten sogar mit selbst gekochtem Leim herum, um Pappmacheelaternen für die Abschlussfeier herzustellen. Mein Lieblingsprogramm war aber ohne Frage das Keksbacken, das wir am vorletzten Tag veranstalteten. Gleich nach dem Yoga kneteten wir den Teig und färben ihn mit Lebenmittelfarben knallrot, grün, blau und gelb. Um 9 hieß es dann ab an die Ausstecher und die Mädels kneteten, rollten und formten Kekse wie die Wilden. Nach nur 2 Stunden waren wir stolze Besitzer von 450 Keksen, die wir am nächsten Tag als Snacks für alle bereit stellten.
Außerdem malte ich in diesen 3 Wochen unzählige Hände mitHenna-Cones an, knüpfte Friendship-Bands mit den Kindern und sah ihnen beim Mandalas malen zu. Und ich kann mit Stolz behaupten, dass sogar die größeren Kinder nach und nach merkten, das unser Programm eindeutig cooler als ihres war und uns anbettelten, doch einmal einen Vormittag mit ihnen zu verbringen. 🙂

An den Sonntagen wurden Ausflüge organisiert und so hatte ich die Chance, mit den Kindern den Gunadala-Hill in Vijayawada zu besuchen. Leider war das Wetter so heiß, dass ich in dieser Stunde die wir dort verbrachten, vor lauter Schwitzen sonst nicht viel mitbekam. Als wir zum Mittagessen zurück ins Yuva Bhavan kamen, war ich von oben bis unten durchgeschwitzt und flüchtete tropfend in die Flat zum umziehen.
Nach dem Mittagessen ging es dann ab ins (zum Glück klimatisierte) Kino um DEN Mega-Blockbuster des Jahres, Baahubali 2, zu sehen, ein eigenlich überhaupt nicht für kleine Kinder geeigneter Telugu-Film, der am ehesten noch mit Gladiator zu vergleichen ist. Doch alle, von ganz klein bis ganz groß saßen in diesen 2 1/2 Stunden wie gebannt vor der Leinwand und obwohl ich von den Dialogen nicht viel verstand, muss ich zugeben dass ich vorhabe, den Film auf DVD mit nachhause zu nehmen!
Die Woche danach besuchten wir auch noch die Coca Cola Fabrik im 30 Minuten entfernt gelegenen Guntur. Nach einer Führung durch die Anlage bei der leider keine Fotos gemacht werden durften, bekamen die Kinder noch literweise Softdrinks, was den Ausflug natürlich unvergesslich machte! 🙂
Außerdem planten wir eine Schatzsuche im Chiguru, bei der die Gruppen verschiedenste Aufgaben, von Vielbeinlauf, über Spinnennetz, Kreuzworträtsel, Keksessen, etc. meistern mussten.

Alles in allem waren diese drei Wochen eine ziemlich anstrengende aber wahnsinnig lustige Zeit. Denn auch wenn das Programm auf den ersten Blick gar nicht so dicht erscheint, 25 kleine Kinder 5 (oder in meinem Fall 3) Wochen jeden Tag 4 Stunden lang zu unterhalten, ist wirklich anstrengend und auch nervenraubend. Trotzdem gab es danach auch immer wieder Momente, wo ich dann merkte, dass es die ganze Mühe wert war. Außerdem war es eine nette Abwechslung, auch mal mit anderen Kindern arbeiten zu können. Doch trotzdem merkten wir schon nach kurzer Zeit, wie sehr uns unsere Kinder fehlten und so war das Wiedersehen in dieser Woche umso freudiger!

Klara Verfasst von:

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